Geschichte

 

Anfang und Ende des GST-Fliegerklubs Auerbach

Neubeginn 1990

26 Jahre FKA

 

 

Anfang und Ende des GST-Fliegerklubs Auerbach

Die damaligen Segelfluglehrer Willi Fischer (Rodewisch), Helmut Gröschel (Auerbach) und Siegfried Jähn (Wernesgrün) organisierten mit Hilfe der Segelfluggruppe, der Feuerwehr und des Funksports für den Herbst 1954 einen ersten Segelflugtag auf dem Bendelsteingelände. Vom 23. bis 25. Oktober 1954 wurden unter starker Teilnahme der Bevölkerung Segelflugzeuge zur Besichtigung vorgestellt und von den Fluglehrern vorgeführt. Gleichzeitig haben die Modellbauer Fesselflugmodelle und freifliegende Modelle gezeigt und damit auch Kunstflug vorgeführt. Der Erfolg dieses Flugtages war so groß, dass vom 22. bis 24. Oktober 1955 ein zweiter durchgeführt wurde. Wieder wurden Segelflugzeuge von Zwickau, Hartenstein und dem damaligen Karl-Marx-Stadt nach Auerbach transportiert. Es wurde ein Großflugtag, bei dem auch die ersten Gästeflüge im doppelsitzigen Segelflugzeug „Pionyr“ angeboten wurden
Wolfgang Strobel (Bild links), der ab 1955 auch als Fluglehrer tätig war, setzte sich unermüdlich für die Erweiterung der Wismut-Fluggruppe ein. Ende der 50er Jahre wurden beide Fluggruppen in Auerbach zusammengeschlossen. Im Jahr 1956 wurde der Fliegerklub Auerbach gegründet, der unter der Leitung von Wolfgang Strobel mit der Ausbildung junger Segelflieger begann.
Obwohl der Auerbacher Segelflugsport bei weitem nicht die Unterstützung erhielt, wie sie in den wenigen DDR-Leistungszentren üblich war, konnten einzelne Auerbacher Piloten wie z.B. Gerhard Neudecker bei nationalen und internationalen Wettkämpfen oftmals achtbar mitmischen. Den wohl bisher größten Erfolg für Auerbacher Segelflieger konnte Monika Warstadt (Bild rechts oben) mit dem Europameistertitel 1981 verbuchen
Bis 1979 wurde auf dem Flugplatz Auerbach vorwiegend Segelflugschulung betrieben, dann wurde durch zentrale Weisung der Flugbetrieb eingestellt. Ein Teil des Platzes wurde weiter von der Modellfluggruppe genutzt. Die Segelflieger waren gezwungen, ihre Segelflugschulung wieder nach Zwickau zu verlegen

 

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Neubeginn 1990

Der friedliche politische Umsturz in der ehemaligen DDR im Herbst 1989 machte es möglich, dass auch der Segelflug eine neue Chance bekam, sich wieder rein sportlich auszurichten. So wurde am 10.02.1990 eine Neugründung des Fliegerklubs Auerbach unter Leitung von Fluglehrer Stefan Witte und Flugsportlern aus Auerbach und Umgebung vollzogen, der am 20.04.1990 als eingetragener gemeinnütziger Sportverein registriert wurde. Der Fliegerklub Auerbach war übrigens der 2. Verein, der nach dem Zusammenschluss 1990 im Vereinsregister des Amtsgerichtes Auerbach eingetragen wurde. Am 04.05.1990 erfolgte in der Turnhalle Ellefeld mit Einladung aller früheren Segelflieger die erste ausgeschriebene Versammlung des neuen Fliegerklubs Auerbach. Die Resonanz war erfolgversprechend - viele alte Segelflieger sind dem Fliegerklub Auerbach wieder beigetreten.
Am 14. Juli 1990 sah man über Auerbach wieder vier Segelflugzeuge kreisen, die vorher im Flugzeugschlepp von Zwickau zu ihrem neuen Standort nach Auerbach gebracht wurden. Mit der Auflösung der GST wurden Flugzeuge, Technik und Zubehör durch die Treuhandanstalt verwaltet und den Vereinen vorläufig zur kostenlosen Nutzung überlassen.
Bild: Wieder zu Hause! Mit Blumen und Sekt wird hier Fluglehrer Johannes Martin nach der Landung empfangen. Bild: unsere "Kaet" fliegt auch in diesem Jahr noch Gäste über unser Vogtland
   
Nach umfangreichen Vorbereitungsarbeiten zur Wiederherrichtung des Platzes und der Technik durch die Flugsportler sowie nach Erteilung der Betriebserlaubnis als Verkehrslandeplatz durch die zuständigen Behörden konnte am 17. August 1990 der Flugbetrieb auf dem Bendelstein endlich wieder offiziell aufgenommen werden. Mit zwei Doppelsitzern vom Typ "Bocian", zwei einsitzigen "Piraten" sowie einer Doppeltrommelwinde "Tatra H 4" ging es wieder an die Ausbildung junger Segelflieger und natürlich auch vieler "Oldies", die von ihrer Begeisterung für das Fliegen nichts eingebüßt hatten.
Auch die Auerbacher Kameraden konnten von der sprichwörtlichen Fliegerkameradschaft profitieren. So kam es z.B. dazu, dass sich nach einigen "Ausflügen" von Angehörigen des Luftsportclubs aus dem hessischen Babenhausen bald eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Vereinen entwickelte. Neben der Vermittlung wertvoller Erfahrungen für die Gestaltung der Vereinsarbeit halfen die Babenhausener Freunde auch tatkräftig bei der Vorbereitung und Durchführung des Flugtages im September 1992. Dieses erste große Ereignis seit der Wiederöffnung des Auerbacher Flugplatzes hatte alles bisherige übertroffen und mehrere tausend Besucher in seinen Bann gezogen.
Durch ein Mitglied des Babenhausener Luftsportclubs erhielt der Auerbacher Verein im gleichen Jahr einen Motorsegler "SF 25 C" auf langfristiger Finanzierungsbasis überlassen, wodurch insbesondere die Möglichkeiten, Rundflüge für die Bevölkerung anzubieten, wesentlich verbessert wurden.

 

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26 Jahre FKA

Seit der Neubildung des Vereins sind nunmehr 26 Jahre vergangen und der Fliegerklub Auerbach kann auf eine durchaus erfreuliche Entwicklung zurückblicken. Unser Verein zählt inzwischen 150 Mitglieder - davon rund zwei Drittel Aktive und ein Drittel fördernde Mitglieder. Erfreulich ist besonders der Anteil Jugendlicher, unter denen sich bereits einige Talente herauskristallisieren, die in absehbarer Zeit ihre ersten Schritte im Leistungssegelflug absolvieren könnten oder sogar eine Berufspilotenlaufbahn einschlagen dürften.
Flugplatz und Vereinsheim wurden in tausenden Arbeitsstunden hergerichtet und renoviert. Der Flugzeugpark besteht mittlerweile aus 4 doppelsitzigen und 4 einsitzigen Segelflugzeugen, 2 Motorseglern und 2 Motorflugzeugen. Der Fliegerklub verfügt über 10 Segelfluglehrer, durch deren geduldige Arbeit mittlerweile mehr als 40 Mitglieder die Segelfluglizenz (PPL-C) erwerben konnten. Den Sprung zur Motorseglerlizenz (PPL-B) haben inzwischen 27 Kameraden erfolgreich absolviert und zur Motorfluglizenz (PPL-A) 10.
Auch einige begeisterte Anhänger des Modellflugsports können im Klub ihrem Hobby nachgehen und leisten mit ihrem handwerklichen Geschick oftmals wertvolle Dienste an den "großen" Flugzeugen.
Dass dem Flugplatz und dem Verein auch von der Bevölkerung Auerbachs und des Vogtlandkreises großes Interesse entgegengebracht wird, zeigen die zahlreichen Besucher, die insbesondere bei schönem Wetter an jedem Wochenende den Platz besuchen. Hunderten Fluggästen konnten die Auerbacher Piloten bereits die Schönheiten unserer Heimat aus der Luft erleben lassen und an Flugplatzfesten oder an Tagen der offenen Tür erlebt der Platz oft einen regelrechten Ansturm.

 

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