Der Neubeginn...

 

 

Der friedliche politische Umsturz in der ehemaligen DDR im Herbst 1989 machte es möglich, dass auch der Segelflug eine neue Chance bekam, sich wieder rein sportlich auszurichten. So wurde am 10.02.1990 eine Neugründung des Fliegerklubs Auerbach unter Leitung von Fluglehrer Stefan Witte und Flugsportlern aus Auerbach und Umgebung vollzogen, der am 20.04.1990 als eingetragener gemeinnütziger Sportverein registriert wurde. Am 14. Juli 1990 sah man über Auerbach wieder vier Segelflugzeuge kreisen, die vorher im Flugzeugschlepp von Zwickau zu ihrem neuen Standort nach Auerbach gebracht wurden. Mit der Auflösung der GST wurden Flugzeuge, Technik und Zubehör durch die Treuhandanstalt verwaltet und den Vereinen vorläufig zur kostenlosen Nutzung überlassen. Nach umfangreichen Vorbereitungsarbeiten zur Wiederherrichtung des Platzes und der Technik durch die Flugsportler sowie nach Erteilung der Betriebserlaubnis als Verkehrslandeplatz durch die zuständigen Behörden konnte am 17. August 1990 der Flugbetrieb auf dem Bendelstein endlich wieder offiziell aufgenommen werden.
Freundschaftliche Unterstützung erhielten die Auerbacher in jener Zeit von den Sportfreunden des LSC Babenhausen aus Hessen. Ein erster Motorsegler erweiterte die fliegerischen Möglichkeiten des Vereins. Insbesondere die damit angebotenen Rundflüge lockten die Besucher in Scharen an und waren eine wunderbare Werbung für den Flugsport. Neben der Vermittlung wertvoller Erfahrungen für die Gestaltung der Vereinsarbeit halfen die Babenhausener Freunde auch tatkräftig bei der Vorbereitung und Durchführung des Flugtages im September 1992. Dieses erste große Ereignis seit der Wiederöffnung des Auerbacher Flugplatzes hatte alles bisherige übertroffen und mehrere tausend Besucher in seinen Bann gezogen. Dennoch war auch jetzt die Situation für den Auerbacher Flugplatz nicht problemlos. Die Bundesdeutsche Gesetzeslage und sicherheitstechnische Vorschriften verlangten die Ablösung der bis dahin genutzten Übergangs-Zulassung durch eine ordentliche Betriebserlaubnis. Auf Initiative des damaligen Landrates wurde 1996 die Flugplatz-Gesellschaft mbH gegründet und das Genehmigungsverfahren eingeleitet.
Es folgten Gutachten und Planungen, Erteilung und Erfüllung von Auflagen und Umweltschützerischer Maßnahmen, Diskussionen mit Flugplatzgegnern und skeptischen Anwohnern, zahllose Gespräche mit Behörden und Politikern und letztlich das Ringen um Fördermittel… Die Arbeit des Fliegerklubs entwickelte sich unterdes weiter fruchtbringend. Tausende Arbeitsstunden flossen in die Pflege des Platzes und die Modernisierung des Objektes und recht erfolgreich konnten dabei Leistungen über ABM und Förderprogramme genutzt werden. Aus dem "harten Kern" der Jugendgruppe qualifizierten sich fünf talentierte Nachwuchspiloten zum Fluglehrer, andere zum Techniker. Der Fliegernachwuchs erkämpfte sich immer öfter die Siegerplätze beim jährlichen Landes-Jugendvergleichsfliegen und widmete sich mit guten Ergebnissen dem sportlichen Leistungssegelflug. Mit Segel- und Motorflug, Modell-, Ultraleicht- und Hubschrauberflug ist das luftsportliche Spektrum in Auerbach so breit gefächert wie nie zuvor.
Endlich, im Herbst 2004 erfolgte im Beisein des Ministerpräsidenten Sachsens der erste Spatenstich zum Ausbau des Platzes. Nach Abschluß der Bauarbeiten erteilte die Landesluftfahrtbehörde die Freigabe und am 26. August 2005 konnten die neue Piste und Windenstartstrecke feierlich übergeben werden. Mit dem Bau von zwei neuen Flugzeughallen in Privatinitiative und der Anschaffung moderner Betankungstechnik durch den Verein folgten wichtige Investitionen für den Betrieb des Verkehrslandeplatzes der schließlich mit der Inbetriebnahme des neuen Towers komplettiert wurde.

 

 

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